Förderverein für die Instandsetzung und Nutzung des Weintorggels am Hoyerberg e.V. 

 

 

 

 

 

 

   

Der Torggel am Hoyerberg

1506 kaufte ein gewisser Lienhard Gunthalm einen großen Hof am Hoyerberg mitsamt Torkel, Geräten, zahlreichem Hofzubehör und  dazu noch etliche Grundstücke. Da es seinerzeit noch keine Grundbücher gab wurde dies durch Kaufbriefe undSchuldurkunden belegt bzw. nachgewiesen.

 1564 erwarb das Spital den Hof samt dem Hoyerbergtorkel. Bald danach wurde sowohl in den Hof investiert als auch der Torkel erneuert.

Der mächtige Torkelbaum trägt dieJahreszahl 1578.

1776 ist der Hoyerbergtorkel gründlich überarbeitet worden. Über den alten, 12 Meter langen Torkelbaum mit seiner Spindel, den Druckstock und das Zuber zum Auffangen des frisch gepressten Traubensaftes wurde ein  neues Haus gebaut. Jeder Balken wurde mit dem Spitalkreuz und den Initialen der damaligen Spitalverantwortlichen  gekennzeichnet.  Selbst in dem aus Backstein  gemauerten Fundament sind  die Luftlöcher in Form des „Spitalischen Doppelkreuzes“ ausgespart. In der Südostecke wurde  - einige Stufen erhöht – das beheizbareTorkelmeisterstüble eingebaut. Seine, in das torkelinnere ragende Ecke,  musste  aus Platzgründen abgeschrägt werden um denTorkelknechten beim Umdrehen der Spindel nicht hinderlich  zu sein . Alles überspannt ein meisterlich gefertigter Dachstuhl, der ein mächtiges Walmdach mit alten Mönch- und Nonnenziegel trägt.

 Vor über  200 Jahren,  1802 verlor Lindau seine Reichsfreiheit, musste auch das Hospital fast all seinen Besitz veräußern bzw. wurde versteigert. So auch der Hoyerbergtorkel. Er wurde damals auf 200 fl  (Goldgulden=Florin) geschätzt. Bei der Verkaufsversteigerung erbrachte er allerdings 501 fl. Den Zuschlag erhielt 1812 der Lindauer Bäcker  Sebastian Zeller, der ihn später an die Gemeinschaft von fünf Eigentümern übergab, ehe ihn August Gruber – Lindenhofvilla – erwarb. Noch presste man in ihm Wein. 1909 schenkte die Familie Gruber den Torkel der damals noch selbständigen  Gemeinde Hoyren, die ihn  dann bei der Eingemeindung  1922 als Mitgift zur StadtLindau  einbrachte.

Nachdem der Weinanbau in Lindau um 1920 auch am Hoyerberg zum Erliegen gekommen war, fiel der Torkel in eine art Tiefschlaf.

 Im Jahre 1995 wurde der Förderverein für die Instandsetzung und Nutzung des Weintorggels am Hoyerberg e.V. (Kurzform: Torggelverein Hoyerberg) gegründet. Seit dieser Zeit sorgt der Verein dafür, dass der Torggel  begehbar und erlebbar bleibt. 

 Im Frühjahre 2010 wurde auf Initiative und mit finanzieller Beteiligung  durch den Förderverein zusammen mit dem Hochbauamt der Stadt Lindau das Dach komplett originalgetreu mit Mönch- und Nonnedachziegel  neu eingedeckt. Die Gesamtkosten lagen bei ca. 80.000.-- €.  Im Zuge dieser Maßnahme wurden auch die Außenanlagen freundlicher gestaltet.